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Der Jetlag und das Hormon Melatonin

Wer einmal eine Reise in die USA gemacht hat oder in ein anderes, weit entferntes Land, hinweg über mehrere Zeitzonen, wird das Phänomen kennen: Zwar hat man vor der Reise ausreichend geschlafen, in weiser Voraussicht vor dem Jetlag und trotzdem erwischt einen tagelang diese unangenehme Müdigkeit oder sogar körperliche und psychische Beschwerden. Es scheint der Körper kann sich nicht an einen anderen Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnen.

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Viel auf Reisen zu sein, kann den Melatonin Rhythmus stören. Folge: Das Jetlag Syndrom. © blueclue – Istockphoto.com

Der Schlaf-Wach-Rhythmus

In Forschungen konnte es bereits nachgewiesen werden: der Mensch hat eine innere Uhr. Eben diese innere Uhr ist bei einem Jetlag gestört, denn Licht und Dunkelheit treten nun zu ungewohnten Zeiten auf. Mit daran beteiligt ist das Hormon Melatonin. Liegt es in einer hohen Konzentration im Körper vor, sind wir müde. Melatonin wird von der so genannten Zirbeldrüse produziert und ausgeschüttet. Dieser Prozess wird wiederum durch den Hell-Dunkel-Rhythmus ausgelöst.

Produktion von Melatonin

Gelangt Licht auf die Netzhaut der Augen, wird das über verschiedene Zwischenstationen zur Zirbeldrüse weitergeleitet und Melatonin wird gehemmt. In der Dunkelheit kommt es dagegen zu einer vermehrten Ausschüttung des Hormons Melatonin. In den Abendstunden beginnt die Zirbeldrüse langsam mit der Herstellung von Melatonin und zwischen 2 und 4 Uhr nachts ist die Konzentration an Melatonin in unserem Körper am höchsten. Dieser Mechanismus sorgt für den Schlaf-Wach-Rhythmus. Bei blinden Menschen ist der Rhythmus und damit die Ausschüttung von Melatonin übrigens gestört, weshalb sie oft an Schlafstörungen leiden.

Melatonin im Körper älterer Menschen

Viele ältere Menschen kommen mit sehr wenig Schlaf aus. Während ein Erwachsener meist um die 8 Stunden Schlaf benötigt, sind ältere Menschen in der Regel schon mit 6 Stunden im Bett zufrieden. Das hängt ebenso mit dem Hormon Melatonin zusammen, denn wie viel davon produziert wird ist altersabhängig. Je älter wird werden, desto geringer ist der Melatoninspiegel. Die höchsten Werte von Melatonin konnten ca. 3 Monate nach der Geburt festgestellt werden. Danach produziert der Körper immer weniger Melatonin. Nach der Pubertät ist der Hormonspiegel von Melatonin bereits um 80% geringer als bei Babys.

Schichtarbeit und Winter

Neben dem Alter und dem Jetlag verursacht oft Schichtarbeit einen gestörten Melatonin Rhythmus. Denn der Körper muss sich auch hier auf einen ungewöhnlichen Schlaf-Wach-Kreislauf einstellen. Dabei ist es individuell verschieden wie lange diese Umstellung dauert. Wie beim Jetlag kann es dazu kommen, dass man nicht nur müde ist, sondern auch an Verdauungsproblemen, depressiven Verstimmungen, Konzentrationsschwierigkeiten Kopfschmerzen und anderen Symptomen leidet. Bei wenig Tageslicht, wie es im Winter der Fall ist, ist das Melatonin auch am Tag in einer hohen Konzentration vorhanden. Das ist der Grund für Müdigkeit und Schlafstörungen in der kalten Jahreszeit und das überschüssige Melatonin kann dann auch für Winterdepressionen verantwortlich sein.

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