Es liegt Millionen von Jahren zurück, als der Mensch noch einen größeren Kiefer hatte. Denn schließlich ernährte er sich zu dieser Zeit nicht von klein geschnittenen, säuberlich drapierten Fleischstückchen, sondern von großen Fleischbrocken. In seinen Kiefer passten ohne Probleme 32 Zähne. Im Laufe der Evolution veränderte sich das Gesicht und damit das Gebiss des Menschen – doch die Weisheitszähne blieben. Aufgrund der Tatsache, dass sie als letztes wachsen, etwa zwischen dem 16. und 40. Lebensjahr, haben sie kaum noch Platz im Kiefer. Die Weisheitszähne kommen erst durch, wenn der Kiefer völlig ausgewachsen ist und das ist bei jedem Menschen zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt der Fall.

Bei wem die Weisheitszähne noch in den Kiefer passen, der hat gut lachen! © Aleksej – Istockphoto.com
Der Achter und welche Probleme er machen kann
Den Weisheitszahn bezeichnet der Zahnarzt als „Achter“. Denn wir besitzen oben und unten 16 Zähne und damit jeweils 8 auf jeder Seite. Weisheitszähne stehen im Kiefer an achter Stelle und bereiten Probleme und Zahnschmerzen, wenn sie nicht mehr in den Kiefer passen und trotzdem durchbrechen. Manche Menschen bekommen gar keine Weisheitszähne, andere sogar acht an der Zahl. In 80 Prozent der Fälle bleiben die Weisheitszähne sogar stecken, kommen also nicht zum Vorschein und es treten damit kaum Schmerzen auf. Die Weisheitszähne müssen entfernt werden, wenn sie quer oder waagerecht im Kiefer wachsen, sich entzünden, andere Zähne aus der Reihe drängen oder benachbarten Zähnen so nahe kommen, dass man nicht mehr Zähne putzen kann. Symptome der wachsenden Weisheitszähne können sein:
- Schmerzen im gesamten Kiefer
- Schmerzen im gesamten Gesicht
- Schmerzen beim Schlucken und/oder Sprechen
- Kieferklemme (der ganze Mund kann kaum noch geöffnet werden)
Risiken der Weisheitszähne
Hat man Beschwerden an den Weisheitszähnen und scheut trotzdem den Gang zum Zahnarzt, kann das schwerwiegende Folgen haben. Sind die Weisheitszähne entzündet, kann das zu noch schmerzhafteren Abszessen im Mund führen. Zudem kann der Druck der Weisheitszähne die Wurzeln nahe liegender Zähne beschädigen, deren Wurzeln sich im schlimmsten Fall sogar auflösen. In manchen Fällen bilden sich Zysten im umliegenden Gebiet der Weisheitszähne, die einen Kieferbruch nach sich ziehen können. Weiteres Übel eines zu nah gerückten Weisheitszahns ist Karies, wenn man mit der Zahnbürste die Zwischenräume nicht mehr erreicht.
Operation der Weisheitszähne oder nicht?
Der Zahnarzt kann mit Hilfe von Röntgenaufnahmen feststellen, inwiefern die Weisheitszähne noch in den Kiefer passen. Man sollte die Weisheitszähne jedoch nicht ziehen lassen, wenn sie gesund sind und keine Probleme bereiten. Denn jede OP ist mit Risiken und nachfolgenden, oft starken Schmerzen verbunden. Eine Operation kann ambulant oder in der Klinik erfolgen. Ambulant werden meist nur ein bis zwei Zähne einzeln gezogen, weil das Ziehen mit großem Stress für den Körper verbunden ist. Unter Narkose können gleich alle vier Zähne entfernt werden. Übrigens haben die Weisheitszähne ihren Namen davon, dass sie erst im Alter auftreten und man in früheren Zeiten Alter mit Weisheit gleichgesetzt hat.